Brustkrebs in der Schweizer Politik
Am 30.10.2009 hat das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) entschieden, dass die Kosten für die Mammografie zur Brustkrebs-Früherkennung definitiv von den Krankenversicherungen übernommen werden, sofern die Untersuchung im Rahmen eines Programms mit Qualitätssicherung durchgeführt wird.
Der Bundesrat ruft die Kantone nun auf, Screening-Programme einzuführen. Heute bestehen solche Programme erst in sechs Kantonen (Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis; im Kanton St. Gallen wird voraussichtlich Ende 2009 ein Programm eingeführt. Auch der Kanton Graubünden hat sich das Ziel gesetzt, 2010 mit einem Programm zu starten. Aufgrund der Motion Heuberger war geplant im Kanton Bern ab 2010 ein Mammografie-Screening-Programm aufzubauen. In der Session vom November 2009 hat der Regierungsrat entschieden, die Kosten für das Screening-Programm aus dem Budget zu streichen, mit der Option das Anliegen in der nächsten Budgetdebatte wieder aufzunehmen. Es ist auch das Ziel von EUROPA DONNA SCHWEIZ, dass solche Programme im ganzen Land installiert werden. Zur Förderung von Chancengleichheit, Qualitätssicherung und Wirtschaftlichkeit setzt EUROPA DONNA SCHWEIZ sich dafür ein, dass alle in der Schweiz wohnhaften Frauen Zugang zu systematischen Screening-Programmen haben. Eine Studie über die Wirksamkeit solcher Programme in der Schweiz und Europa hat gezeigt, dass sich die Brustkrebssterblichkeit damit eher senken lässt als durch das opportunistische Screening (von Arzt oder Ärztin individuell verordnete Früherkennungs-Untersuchungen). Ausserdem sind Screening-Programme kostengünstiger als das opportunistische Screening.


